2016 625 Jahre Zeischa  

Wenn über den Dreißigjährigen Krieg gesprochen wird und in diesem Zusammenhang die beiden Orte Liebenwerda und Zeischa genannt werden, dann fällt unwillkürlich auch der Name Elias Borßsdorff, der als Bürgermeister der Stadt Liebenwerda am 26. Mai 1634 von schwedischen Soldaten zu Tode gemartert wurde.

In einer schweren Zeit fühlte er sich aufgrund seines Amtes seinen Bürgern gegenüber verpflichtet, für das Wohl dieser Stadt einzutreten. Der schwedische Trupp forderte die Herausgebe der Stadtkasse und eine Kontribution in Höhe von 25000 Talern, die natürlich niemals hätten aufgebracht werden können.
Seine Standhaftigkeit in der Ablehnung einer solchen Forderung löste die Wut der Soldaten aus.
Borßdorff bat die Schweden, von Vergeltungsmassnahmen gegenüber den Bewohnern Abstand zu nehmen.
Nur er allein trage dafür die ganze Verantwortung. In der Dunkelheit vermochte er sich noch in den Weinbergen zu verbergen, seine Häscher spürten den tapferen Mann aber auf, banden ihn an Pferde und schleiften ihr Opfer bis an den Dorfrand des kleinen Elsterortes Zeischa.
Wahrscheinlich hier an dieser Stelle starb er unter schrecklichen Misshandlungen.
Sein entseelter Körper wurde später gefunden und beerdigt. Ein einfacher Felsstein markierte 200 Jahre lang die Todesstätte.

Im Oktober 1878 wurde mit einer öffentlichen Erinnerungsfeier ein neuer Gedenkstein umgeben von einem eisernen Gitter aufgestellt.
Auch die alte Inschrift des ihm früher gesetzten Denksteins wurde erneuert. Sie lautet:

“Dieser Stein deckt die Gebeine des Bürgermeisters Elias Borßdorff. Derselbe wurde im Dreißigjährigen Krieg durch feindlich gesinnte Truppen als Geißel für einen Liebenwerda auferlegte unerschwingliche Brandschatzung fortgeführt und starb hier unter schrecklichen Misshandlungen für das Wohl der ihm anvertrauten Stadt! Möge sein Andenken den künftigen Geschlechtern unserer Stadt immer heilig bleiben! Erneuert von Liebenwerda’s Bürgern zur Erinnerung an seinen Todestag den 26. März 1634”.

Heute trägt der Stein noch den Zusatz: ”Wieder erneuert im Jahre 1878”.