2016 625 Jahre Zeischa  

In Zeischa soll der Unterricht um 1800 im Armen- oder Hirtenhaus erteilt worden sein.
Dieses Schulhaus unterschied sich von anderen Armenhäusern durch ein Strohdach und zwei Klapptüren als Eingang. Im Schulhaus wohnten auf einer Seite der Gemeindehirt und auf der anderen Seite befand sich die Schulstube und die Lehrerwohnung.
In dieser Zeit musste jedes Kind Schulgeld zahlen und dem Lehrer wurde freies Essen zugesichert. So erhielt er von den Einwohner der Reihe nach jede Woche die nötige Kost.
Im Jahr 1861 wurde die Schule gänzlich geschlossen, da die Gemeinde nicht in der Lage war, das dürftige Einkommen des Lehrers aufzubessern.

Nachdem ein Steg über die Schwarze Elster gebaut worden war, wurden die Kinder in Zobersdorf eingeschult. Der Verbindungsweg zwischen Zeischa und Zobersdorf wurde oft vom Wasser überschwemmt.
Die grösseren Kinder wateten vergnügt durch das Wasser, saßen dann aber mehrere Stunden mit durchnässten Kleidern in der Schule und ein Teil kam oft erkältet nach Hause. Die kleineren Schüler suchten auf Umwegen über das Rittergut Prieschka zum Schulort zu gelangen und trafen oft mit einer Stunde Verspätung ein.
Trotzdem war der Schulweg wegen der Überschwemmungen im Frühjahr und Herbst gefährlich.
So stürzte die älteste Tochter des Baumschulenbesitzers Gottfried Reichenbach am 6.12.1900 in den Fluss und konnte den Fluten nur noch als Leiche entrissen werden. In Folge der anwachsenden Kinderzahl in beiden Gemeinden war die Zobersdorfer Schule bald überfüllt.

Schule in Zeischa
Das Schulgebäude befindet sich heute in Privatbesitz

Im Jahre 1900 wurden ernsthafte Verhandlungen zur Errichtung einer neuen Schule und dessen benötigte Mittel geführt.
Die Gemeinde Zeischa bat die Königliche Regierung den Neubau auf Staatskosten auszuführen, da die Gemeinde nicht im Stande war, einen Baufond aufzubringen.
Nach dem der Königliche Kommissionsrat Herr Weiland, der Gemeinde 2.000 Mark für den Schulbau bewilligte und bereit war der Gemeinde die Bausumme für den Schulbau zu leihen, gingen die Verhandlungen voran.
Als die Königliche Regierung eine Baubeihilfe von 9550 Mark in Aussicht gestellt hatte, wurde der Schulbau 1904 durch den Bauunternehmer Herrn Paul Müller begonnen.

Zum Standort der Schule wurden Vorschläge der Bewohner gemacht, sie doch an der Straße zum Bahnhof zu errichten.
Dort konnte das Gebäude unterkellert werden und es war auch Platz für einen Schulhof.
Auf dem Halunkenberg, wie die Erhebung nach der Bahnlinie zu, die jetzige Bahnhofstraße, um die Jahrhundertwende von den Zeischaer Bauern verächtlich genannt wurde, sollte die neue Schule jedoch nicht stehen. Es standen damals dort nur drei Häuser.
Am 16. November 1904 wurde das neue Schulgebäude vom Lehrer Karl Leibrich bezogen und am 27. November 1904 unter starker Beteiligung der Einwohner und Gäste eingeweiht.

Bis zum Jahr 1969 wurden in Zeischa noch Kinder eingeschult.
Ab der 3. Klasse gingen die Schüler in die Schule des Nachbarortes Prieschka. Im Juni 1971 lief der Schulbetrieb in Zeischa aus.