2016 625 Jahre Zeischa  

Quellen für alle geschichtlichen Hintergründe: 
Walter Hardwig
Liebenwerdaer Kreisblatt verschiedener Jahrgänge und die Beilage Schwarze Elster
Kreismuseum Bad Liebenwerda
Zuarbeit von Prof. H. Krampe

Tausend Jahre ist es ungefähr her, da sollen in unmittelbarer Nähe der heutigen Elsterbrücke eine Schutzanlage, die Harigsburg, der slawischen Ritterschaft unter dem Ritter Aribo gestanden und slawische Ansiedler sich am „nährenden Fluss" (Schwarze Elster) ansässig gemacht haben.
1391 wurde der Ort erstmals unter der slawischen Bezeichnung Czscheisaw im Zusammenhang mit der Zahlung von Abgaben an die Stadtkirche sowie an die Burgkapelle Liebenwerda genannt.
Viel Leid hatten die Bewohner des Ortes während des Dreißigjährigen Krieges zu ertragen. 1634 ermordeten schwedische Soldaten vor ihren Häusern den von ihnen gemarterten Bürgermeister Borßdorff. Über die genauen Umstände, die zu seinem Tode führten, gibt es aber keine exakten Aufzeichnungen.
Drei Jahre danach ist der Ort beraubt und gebrandschatzt worden, seine Bewohner wurden geschändet und erschlagen. Vierzehn Personen überlebten den schrecklichen Krieg in fünf Hütten.
1763 wird berichtet, dass in Zeischa sich elf Hüfner vergeblich bemühten, den Feldern Erträge abzuringen, weil das ständige Hochwasser die Frucht verderbe.
1813, im Frühjahr, wird das Gebiet zwischen Heidchensberg und Zeischa von preussischen Truppen arg bedrängt. Bis nach Zobersdorf vollzog sich der Truppenaufmarsch, um die Soldaten Napoleons in die Zange zu nehmen.

1852 begann das gross angelegte Elsterregulierungswerk ab Zeischa in Richtung Würdenhain. Grosse Hochwasser hatte der Ort noch danach zu überstehen, das schwerste wohl im Juni 1926. Zeugen des ehemaligen Elsterverlaufes sind die Teiche entlang der Schwarzen Elster in Richtung Prieschka.
Durch die Regulierung der Schwarzen Elster versandete der bis dahin fruchtbare Boden. Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit der Anzucht von Holzpflanzen und in Zeischa entstand der erste Vollerwerbsbetrieb auf diesem Gebiet. Fortan gehörten Zeischaer Felder zu einem wichtigen Standort für die Pflanzenzucht.
1888 wird in Zeischa begonnen Kies abzubauen. Durch den im Laufe der Jahre erfolgten Kiesabbaus entstand ein Baggersee. Forstpflanzenanbau sowie die Förderung und Aufbereitung von Kies wurden wichtige Faktoren einer schnellen wirtschaftlichen Entwicklung.
1904 begann man auf dem Dorfanger mit dem Bau einer Schule und 1907 wurde der Glockenturm eingeweiht.
1945, in den letzten Tagen des April, sind noch viele Zivilisten und Soldaten in den Wäldern umgekommen. Der gepflegte Friedhof erinnert heute mit den beiden Gedenkstätten für die acht Toten des ersten Weltkrieges sowie die neun Toten und 14 Vermissten des zweiten Weltkrieges an die Schrecken einer Zeit, die nie vergessen werden darf.

Im Laufe der Jahre vergrösserte sich das Dorf weiter in Richtung der heutigen Bahnhofstraße und zur Wohnsiedlung “Am Holzplan”.
1994 wurde der vormals eigenständige Ort Zeischa als einer von 15 Ortsteilen in die Kurstadt Bad Liebenwerda eingemeindet und erhielt 2003 den Kurstadtstatus.
Mitten im Ort und doch unter schattigen Kiefernbäumen befindet sich die Kita “Pfiffikus”. Seit 2004 werden in der Kita die von Sebastian Kneipp entwickelten „ Fünf Wirkprinzipien“ im Tagesablauf umgesetzt. 2006 erhielt diese Einrichtung das Zertifikat „Staatlich anerkannte Kneipp-Kita“ vom Kneippbund e.V. Bad Wörishofen.
Viele Bewohner engagieren sich in den örtlichen Vereinen und Gruppen. So sind der Musikverein Zeischa, der Jugendclub, der Heimatverein Zeischa, der Sportverein, die Senioren und die Freiwillige Feuerwehr hier im Ort aktiv.

Baugeschehen im Ort nach 1945

1950 Sportplatzbau
1955 Bau der Friedhofshalle,
das Denkmal zum Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Helden von 1914-1918 wird umgesetzt
1956/57 Holzbrückenbau über die Schwarze Elster
1964 Die erste Bungalowsiedlung entsteht
1966/67 Betonbrückenbau über die Schwarze Elster
1967/68 Bau des Konsums in der Bahnhofstraße
1969/70 Straßenbau innerhalb des Ortes mit Anbindung an die F101(spätere B101), Anbindung an Bad Liebenwerda, Anbindung an Prieschkaer Straße
1970 Bau des neuen Gerätehaus der FFW
1973 Ausbau einer Scheune zur Mehrzweckhalle, Versammlungsraum, Jugendclub, kleine Küche
1976/77 Kegelbahnbau mit 2 Asphaltbahnen, automatischer Aufstellung und Anzeige
1983-1985 Bau einer Kinderkombination Kinderkrippe / Kindergar-
ten, Einweihung am 05. März 1986
1988/89 Bau des Arzthauses in der Waldbadstraße, Einbau einer Arztpraxis in der Kindertagesstätte, Gemeinde und VdGB bauen das Haus am Sportplatz- später als Waldcafé vermietet
1991/92 Bau des Trinkwasserrohrleitungsnetzes mit Abwasserkanalisation in Zeischa
1992 Neugestaltung des Dorfangers
1993 Befestigung “Alter Kraupaer Weg” und an mehreren Straßen neue Straßenbeleuchtung
1995 Baubeginn der Wohnsiedlung “Am Holzplan”

Der Ortsname im Wandel 

1391

Czseisaw

1422

Cziso

1457

Cziszaw
Czysow

1460

Zcysow

1489

Cscheyscha

1490

Tscheischa

1500

Zcscheissow

1504

Zschopsau

1529

Czischa

1550

Zeischa
Zceyschaw

1555

Zscheischaw
Tschissa

1608

Zeise,
Zscheischa, Zeischa

1752

Zscheischa

logo zeischa

Strassenbau_69
Straßenbau um 1969
Konsum
Konsum in der Bahnhofstraße
heute Wohnhaus
Kegelbahn
Bau der Kegelbahn 1976/77
in Feierabendtätigkeit